Schon immer hat mich der Film „Wild Things“ interessiert und das nicht nur wegen den wirklich hübschen Damen (Denise Richards, Neve Campell), sondern vor allem auch wegen der wirklich guten Gestaltung der Filmszenen. Eine ist mir davon besonders in Erinnerung geblieben. Die Szene, an der Denise Richards mit wirklich bestechenden Augen langsam aus dem Wasser auftaucht. Bei einem Workshop mit Andreas Jorns (www.ajorns.com) in einem Spa auf Usedom hatte ich dann die Gelegenheit mit dem Model Tabsi entsprechend die Szene umzusetzen. Da wir mehrere Teilnehmer waren, gab es zwar nicht unendlich Zeit für jeden, aber als Fotograf muss man nun auch mal lernen, innerhalb weniger Minuten gute Fotos zu produzieren.

Umsetzung:

Kurz vor Ende der Veranstaltung bat ich Tabsi in den großen Pool zu steigen, ihr Gesicht entsprechend zur Hälfte ins Wasser zu versenken und dabei entsprechend provokant/gefährlich in die Kamera zu schauen. Da der Pool ziemlich groß war und auch andere Models und Fotografen das kühle Nass nutzten, dauerte es etwas, bis das Wasser sich soweit beruhigt hatte, dass eine wirklich glatte Wasseroberfläche entstand. Ich baute einen externen Blitz direkt neben mir auf ca. 1,50 Höhe am Beckenrand auf und begab mich selber auf den Bauch, so dass ich mit dem Objektiv einigermaßen plan mit der Wasseroberfläche war.

Technische Daten:

  • Kamera: Nikon D7000
  • Objektiv: Nikon 50.0 mm f/1.8
  • Brennweite: 50,0 mm (Crop: 75,0 mm)
  • Belichtungsmessung: Matrix
  • Belichtung: f/4.0
  • Belichtungszeit: 1/100 sec.
  • ISO: 200
  • Modus: manuell
  • Abstand: 1,7 m
  • Weißabgleich: auto
  • Fokus: manuell

 

Das finde ich gut:

Mit dem Endergebnis bin ich schon ganz zufrieden. Der Ausdruck von Tabsi gefällt mir und die leichten Wellen neben dem Kopf geben dem Bild meines Erachtens eine zusätzliche Spannung. Tabsis strahlend blaue Augen geben dem Bild zusätzlich einen besonderen Touch. Das Bild wirkt so mystisch, wie ich es mir vorher ausgedacht hatte.

Das könnte man besser machen:

Das Originalbild zeigt, dass noch einiges an Nacharbeit notwendig war (was ja grundsätzlich nicht problematisch ist). Ich hätte sie bitten können, den Kopf noch ein wenig weiter ins Wasser zu tauchen, dann hätte ich die Spiegelung nicht nacharbeiten müssen. Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass die Blitzbelichtung von oben zu viele Details unter dem Wasser sichtbar macht, hier hätte man den Blitz etwas tiefer setzen können. Knapp über der Wasseroberfläche wäre besser gewesen. Auch das Wasser hätte noch etwas ruhiger sein können. Der Fokus saß nicht 100% auf den Augen, hier musste ich mit einem High Pass Filter leicht nachhelfen (ist zwar legitim, aber unnötig, wenn man es richtig macht). Die gelben Stühle im Hintegrund hätten deutlichere Farbtupfer ins Bild bringen können, hierzu wäre eine größere Blende oder ISO-Zahl entsprechend vorteilhaft gewesen (bei reduziertem Blitz). Die Kopfposition hätte besser sein können. Hier habe ich nicht genügend auf das linke Ohr geachtet, das im Gegensatz zum rechten deutlicher zu sehen ist. Dadurch entfällt eine gewisse Symmetrie.

Das habe ich daraus gelernt:

Um das Bild schon fast perfekt bei der Aufnahme zu gestalten benötigt man für ein solches Motiv etwas mehr Zeit. Wasser benötigt etwas mehr Zeit um sich zu beruhigen und dem Model sollte man unter Wasser die Möglichkeit geben, sich besser zu fixieren, da man sich automatisch bewegt um stehen zu bleiben (hört sich komisch an, aber wer schon einmal im Wasser versucht hat ruhig zu stehen, weiß was ich meine). Bei einer solchen Aufnahme sollte man auch die Umgebung beachten, sie kann entsprechend weitere Akzente setzen (Beispiel: Stühle). Die genaue Positionierung des Kopfes ist bei einer solchen Aktion sehr wichtig und erspart im Nachhinein viel Arbeit.